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about

Mark Kubitzke (05.04.1960 – 30.10.2011) war ein Reisender, mit zahlreichen Reisen ins In – und Ausland; u.a. Spanien, Italien, Portugal, Griechenland, Türkei, Polen, Süd Amerika (Brasilien, Argentinien, Uruguay), Afrika, Amerika, Russland, sowie längere Aufenthalte in London, Barcelona, Rio de Janeiro.

Mark Kubitzke (05.04.1960–30.10.2011) war ein Reisender.
Mit dieser Beobachtungsgabe des Reisenden, der in der Zeit vor den virtuellen und den digitalen Bildwelten sozialisiert wurde, erlebte er Amerika, Afrika, Osteuropa als Füllhörner für die eigenen Bilderkammern.

Unzählige analoge Fotos und Diaserien entstanden, auf die er zurückgriff, um sie als Quellenmaterial für weitere Kompositionen zu nutzen. Mit akribischer Genauigkeit fügte Kubitzke seine Bildschnipsel zusammen. Mit Ausschnitten aus Tageszeitungen' Magazinen und anderen Drucksachen verband er sie zu Collagen - oft im Dialog mit eigenen Fotographien, in denen sich Momente des angehaltenen Blicks zu lkonen des Stadtlebens verdichten.

Auf großem Format entwickelte er eine malerisch virtuose Umgangsweise mit seinem Material, das verschiedene Bildmedien umfasst und raumgreifende Einblicke in neue imaginierte Stadtwelten gibt. Abstrakte Elemente und strukturierte Felder lösen die fotografischen Elemente dabei immer wieder auf oder binden sie in Farbräume ein.

*Text: Katharina Hohmann

Ausbildung

1960    |   geboren in Bremen; Aufgewachsen in Neumünster/Schleswig – Holstein
1981   |   Umzug nach Berlin
1982-84   |   Kurse in Ethnologie und Geografie an der Freien Universität Berlin
1985-91   |   Studium „Freie Kunst“ an der HdK in Berlin. Meisterschüler Klasse W. Stöhrer
1991   |   Assistenz bei Ilya Kabakov, Berlin und Sevilla
1993   |   3- monatiger Studienaufenthalt in Rio de Janeiro und Salvador da Bahia
1996   |   6 Monate ACME – Studios, London

ausstellungen

2011 | "Lingering On" | Schau Fenster, Berlin
2003 | Ausstellung in den Geschäftsräumen der Firma Bildau u. Bussmann

2002 | Ausstellung in der Sozietät Berger*Groß*Höhmann, Berlin
2000 | "Dia/Slide/Transparency" | Kunstamt Kreuzberg, Berlin
1998 | "Gnadenlos" | Galerie Isolde, Berlin

1996 | "Paperworks“ | Cabinet Gallery London

1996 | "SHOWPLACES" | Café Clara, Berlin

1995-96 | "DAS AQUARELL" | Café Clara, Berlin

1995 | "Muddy Waters" | Café Clara, Berlin

1994 | "Combine Painting & Objekte“ | Galerie Loulou Lasard, Berlin, / S. Berger
1994 | "Collage Jürgen und StiefGaby“ | Galerie A&M, Stuttgart

1993 | "Vermelho e Batuca“ | Centro Bonfim, Salvador

1993 | "Blumenladen“ | Galerie Loulou Lasard, Berlin, mit Sybille Berger
1992 | "TEX MEX“ | Textilmuseum Neumünster
1991 | "Jig-Saw" | Galerie Loulou Lasard, Berlin, mit Dirk Wellmann

books

SuKuLTuR Verlag Berlin  in der Reihe Schöner Lesen

Mit Tomsky über Grenzen

Mit Tomsky über Grenzen

„…Es ist eben so in Sibirien und auch in diesem Kaff: Das ist immer noch Sträflingsarbeit zum großen Teil. Die Sträflinge haben im Grunde viel aufgebaut dort…“

„…ich bin nach unten gegangen und – vor meiner Wohnungstür – so ein Häufchen Elend, ein kleines graues Ding. Die hat so ein bisschen rumgepiept und das war dann Tomsky.“

„Der Plan war: So schnell wie möglich. Ich bin immer gefahren, bis ich nicht mehr konnte, Kaffee getrunken, was gegessen, mich dann auf den Beifahrersitz gesetzt, Liegesitz, bis es zu kalt geworden ist.“

In Las Vegas

„…Es war erst neun oder zehn, immer noch irre heiß, Bier alle, schon der dritte Abend, und keine Menschenseele. Keine Adresse, nichts gefunden, hatte nichts vor. Kein Plattenspieler. Wie oft ich mir die Cover angeguckt habe…“

„…Du bist ja auch ein cooler Typ, trifft man nicht alle Tage, dass einer einem Geld zum Spielen gibt.“
Buchbesprechung: Mit Tomsky über Grenzen

Mark Kubitzke: Mit Tomsky über Grenzen

BÜCHER, LITMAG | GISELA TRAHMS |      6. NOVEMBER 2013 10:05 

Für Oscar, zum Vorlesen

– Eine Katzengeschichte, die beste, die ich kenne, und hat nur den Nachteil, dass sie zu Ende ist, eh man’s gedacht. Andererseits liegt genau darin der Reiz, sie ist so dicht gestrickt, dass die Leserphantasie immer aufs Neue angekratzt und auf Touren gebracht wird. Bei jedem Szenenwechsel gibt’s sozusagen einen sanften Ratsch mit der Kralle: Achtung, stell dir das bitte ausführlich und deutlich vor, mit Tageszeit, Temperatur, Personen, Hundegebell und lausekalter Grenzerhütte! Passiert ungefähr dreimal pro Seite, man muss aufpassen und darf über keinen noch so kurzen Satz weglesen, und wenn man dann durch ist und Tomsky loslassen und ein bisschen schlucken muss, sollte man wieder von vorn anfangen. 

Tomsky heißt die Katze, und Mark, der Ich-Erzähler, findet sie halb tot vor seiner Tür, aber nicht in Berlin, wo er zu Hause ist, sondern weit, weit weg. Mehr Inhalt verrate ich nicht, weil die Geschichte, wie gesagt, kurz ist, und wenn ich jetzt anfinge, sie nachzuerzählen, käme ich im Nu auf die 16 Seiten, die sie hat, und jeder dächte, dass er sich Kaufen und Lesen sparen kann. Aber kaufen und lesen sollte man sie unbedingt, weil es eine sehr besondere Geschichte ist, in der eine Menge passiert, und eben wegen der Erzählweise.

Mark Kubitzke war Maler. Weil ihn die Malerei nicht ernährte und weil er neugierig war auf die Welt, hat er Lastwagen quer über die Kontinente gefahren. Und zwischendurch, wenn er wieder in Berlin war, seinen Freunden davon erzählt. Er muss ein genialer Erzähler gewesen sein, wie es ja nicht wenige Menschen gibt, denen man atemlos zuhört, die aber keinen Drang zu Tastatur und Papier haben. Ihre Worte und Geschichten verwehn, ist eben so und muss ja auch nicht alles in die Datei und den Druck. Aber hier, in diesem Fall, war es doch ein Glück, dass Kubitzke einen guten Freund besaß, der eine Veranstaltung im Museum Hamburger Bahnhof mit ihm machte und das Aufnahmegerät anschaltete. Der Freund war Ulf Erdmann Ziegler, Suhrkamp-Autor, Preisträger, shortlist-Erreicher usw. Er hat die Tomsky-Geschichte nicht bloß ins Schriftliche gebracht, sondern den Rhythmus und das Tempo und die Spontaneität des Mündlichen bewahrt, auch die Schnitte nicht zugekleistert, sodass der Leser liest, aber gleichzeitig den Erzählenden hört. Das ist ungewohnt und bereitet großes Vergnügen.

So entstand ein gelbes „Schöner Lesen“-Heftchen, die Jubiläumsnummer 100, genauer gesagt, die von fern wie Reclam aussieht. Doch das Cover (auch von Kubitzke) ist viel delikater als bei Reclam und trifft genau die Winternebel- und Bloß-weg-Stimmung des Textes. Das Büchlein kostet 1 Euro und kann im Verlag SuKuLTuR Berlin bestellt werden, vielleicht zusammen mit dem zweiten Heft von Kubitzke („In Las Vegas“). Aber besser ist: „Tomsky“ mehrfach ordern, denn was den Mitten-ins-Herz-Faktor betrifft, ist er nicht zu toppen.

Mark Kubitzke starb vor ziemlich genau zwei Jahren, Ulf Erdmann Ziegler hat ihm in der taz einen Nachruf geschrieben. Die Zeit, wie bekannt, flieht, Körper und Seele mit ihr, der Lastwagen auf dem Cover sowieso und Tomsky, das Kätzchen … 

Gisela Trahms

portfolio

Referenz und Quelle von Kubitzkes Werk sind die Stadt und ihre Bewegungstypologie:
Fahrzeuge, Menschen, Strasse und Architektur. Mark Kubitzke verwebt und verbindet diese
Ebenen in unterschiedlichen Kombinationen und Medien. Schrift und Farbe sind Elemente die
geradezu zwangsläufig hinzukommen, wird in der bildenden Kunst das Sujet von Mensch und
Urbanität aufgegriffen und neu formuliert.

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